Møns Klint ist wohl DIE Touristenattraktion der schönen Ostseeinsel. Die schneeweißen Klippen sollen über 8km lang und bis zu 128m hoch sein, kamen mir aber weder so lang, noch ganz so hoch vor.
Entstanden sind sie, so liest man, während der letzten Eiszeit, als das enorme Gewicht des Eises diese Schicht nach oben presste (ebenso entstand ihr Gegenstück, die Kreidefelsen von Rügen).
Seitdem nagen die Elemente daran, also mindestens mal die letzten 4 – 5000 Jahre, was das zerklüftete Aussehen ziemlich gut erklärt.
Die meisten Leute nähern sich der Steilküste über den Zugang Store Klint, wo es einen großen Parkplatz gibt, der aber leider kostenpflichtig ist. Dafür hat’s dann aber auch eine Cafeteria, einen Kiosk und Toiletten, also alles, was man nach dem Herumwandern im Wald auf den Klippen, oder am Strand am Fuße der Klippen zu schätzen weiß.
Die Wege im Wald und oben auf der Steilküste entlang sind sehr schön, und an vielen Stellen hat man natürlich auch fantastische Ausblicke. Allerdings sollte man sich besonders im Winter der Gefahr von Erdrutschen und Abbrüchen immer bewusst sein, und nicht versuchen, noch die entscheidenden Zentimeter weiter an den Rand zu gelangen, um den noch besseren Ausblick zu erhaschen (es könnte sonst das Letzte sein, was man jemals zu Gesicht bekommt…).
Es gibt mehrere Treppen, um an den Strand zu gelangen, und runter ist ja auch ganz einfach. Es erfordert aber schon ein wenig Kondition, wenn man dann später wieder rauf soll, denn der „Strand“ besteht aus lockeren Kieselsteinen, und das Herumwandern ist doch recht kräftezehrend.
Wer wie ich ein begeisterter Sammler von Versteinerungen ist, oder wer gar nach den berühmten „Klötersteinen“ suchen will, der sollte nicht unbedingt im Sommer dorthin fahren, denn dann ist durch die Masse der Besucher, die alles absammeln, jeder Fund ein kleines Wunder (bis auf sehr kleine Stücke, wie Schwämme, Korallen und Muscheln, die man immer reichlich im feinen Kies an der Wasserlinie findet).
Es gibt übrigens auch eine Bootstour von Klintholm Havn aus, um die Klippen ihrer ganzen Pracht von der Seeseite aus zu betrachten. Das habe ich aber nie gemacht, und kenne da auch die Preise nicht.
Ich persönlich hatte aber das große Glück, einen Rundflug über die Insel geschenkt zu bekommen (mit so einer kleinen Cessna), und da ging es selbstverständlich auch über Møns Klint hinweg.
Von oben glaubte ich beinahe, wir würden über eine Koralleninsel irgendwo in der Karibik fliegen, denn durch die Kreide hat das Wasser an vielen Stellen die gleiche türkise Farbe, die ich sonst mit der Karibik assoziiere.
(das Intro der Webseite gibt da übrigens einen guten Eindruck davon, was ich meine, siehe: http://www.moensklint.dk/default.asp?sprog=de&menuID=, )

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