Als verbrannte Erde bezeichnet man eine Kriegstaktik, bei der eine Armee auf dem Rückzug vor dem Feind alles zerstört, was dem Gegner in irgendeiner Weise nützen könnte.
Vom Lärm her zu urteilen, dachte ich, er arbeite bestimmt an einem Mauerdurchbruch von seiner zu unserer Wohnung, aber in Wirklichkeit riss er "nur" seine Küche in Stücke.
Das verwunderte mich doch ein wenig, denn soweit ich weiß, hat er sehr viel Mühe auf den Bau derselben verwendet, und ein Nachmieter hätte sich bestimmt darüber gefreut.
Als Erklärung für seine Zerstörungsorgie gab er an, er hätte von der Wohnungsgesellschaft Abstand für die Küche, einen selbstgebauten begehbaren Kleiderschrank und die hölzerne Wandverkleidung haben wollen. Dieser Abstand wurde ihm verweigert. Er könne die Sachen gerne so lassen, bräuchte sie also nicht rausreißen, aber Geld bekäme er dafür nicht.
Das war dem guten Mann Grund genug, die Brechstange und Axt zu schwingen, denn wo kämen wir denn hin, wenn ein Unbekannter Nachmieter ganz umsonst von seiner Hände Arbeit profitieren würde.
Jetzt warte ich darauf, dass er mit der Gartenfräse anrückt und den Garten verwüstet, denn für den bekommt er schließlich auch nichts.
Das Traurige daran: zuzutrauen wär es ihm tatsächlich.

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